Ratgeber zum Thema:

Läuse bei Kindern: richtig erkennen und behandeln

Kopfläuse werden spätestens ein Thema, wenn Kinder im Kindergarten sind. Wenn auch die Kinder nicht selbst betroffen sein müssen, weisen immer wieder Aushänge in der Einrichtung auf Fälle von Kopfläusen hin. Die folgenden Hinweise sollen Aufschluss darüber geben, was Läuse sind, wie man sie erkennt, ob man etwas tun kann um den Läusebefall vorzubeugen und welche Behandlung im Ernstfall durchgeführt werden sollte.

Was sind Läuse?

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Läuse sind 2 – 3mm große flügellose Insekten, die sich von menschlichem Blut ernähren. Ihr natürlicher Lebensraum ist die menschliche Kopfbehaarung. Am liebsten halten sie sich hinter den Ohren, im Nackenbereich und in der Schläfengegend auf. Die durchschnittliche Kopflaus hat eine Lebensdauer von etwa einem Monat, indem sie 100 – 300 Eier (Nissen) legen können. Die Eier werden durch die Läuseweibchen mithilfe eines unlöslichen Klebstoffs in der Nähe der Kopfhaut seitlich an die Haare geklebt. Nach 7-10 Tagen wird aus dem Ei eine Larve und diese wächst anschließend zu einer ausgewachsenen Laus. Eine Laus, die keinerlei Blutzufuhr bekommt, stirbt spätestens nach 2-3 Tagen.

Hinweis Der Stich einer Laus hinterlässt einen starken Juckreiz. Ein erstes Anzeichen für einen Läusebefall kann somit das starke Jucken am Kopf sein. Eine sichere Diagnose, ob es sich um Läusebefall handelt, gibt es allerdings erst, wenn mindestens eine Laus auf dem Kopf entdeckt wird.

Wie kommt es zum Läusebefall?

Läuse können nicht, wie früher behauptet, von Kopf zu Kopf springen oder gar fliegen. Sie bewegen sich allerdings durch flinkes Krabbeln rasch fort. Deshalb können sie bei engem Körperkontakt durch ihre krallenartigen Fortsätze an ihren Beinen von Kopf zu Kopf wandern. Von daher ist es nicht verwunderlich das Läusebefall vor allem bei Kindern vorkommt. Denn gerade im Kindergarten- und Grundschulalter werden die Köpfe zum Tuscheln, Kichern und Spielen gerne zusammen gesteckt. Eine “Ansteckung“ ist somit schnell geschehen. Eins ist allerdings klar: Das Auftreten von Kopfläusen ist kein Indiz für mangelnde Körperhygiene. Wie oft ein Kopf gewaschen wird, ist Läusen egal und somit ist der Befall kein Grund zur Scham.

Hinweis: Besonders häufig treten Läuse im Kindergarten auf. Wo Kinder gemeinsam spielen und die Köpfe zusammen stecken, haben Läuse das passende Umfeld, um von Kopf zu Kopf krabbeln zu können. Ist ein Fall von Läusen im Kindergarten Ihres Kindes bekannt, sollte der Kopf des eigenen Kindes mithilfe eines Nissenkamms oder einer Lupe auf Läuse und Nissen untersucht werden.

So schützen Sie Ihr Kind

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Gängige Vorbeugungsmaßnahmen gegen Läuse gibt es leider nicht. Allerdings sollte darauf geachtet werden, dass alles getan wird um die Ausbreitung der Läuse zu verhindern. Gibt es einen Fall von Läusen im engeren Umfeld, sollten die eigenen Kinder umgehend auf die Insekten untersucht werden. Anzeichen eines Läusebefalls können starker Juckreiz am Kopf sein. Für eine optimale Untersuchung, sind spezielle Nissenkämme, das sind Kämme mit besonders eng stehenden Zinken oder auch eine Lupe hilfreich. Erwachsene Läuse sind etwa drei bis vier Millimeter lange, graue oder rötlichbraune Tierchen mit sechs Beinen. Die Nissen sind nur einen Millimeter große, gelbliche bis graue Verdickungen an den Haaren. Zu finden sind diese vor allem hinter den Ohren oder am Hinterkopf, wo sie am Haaransatz kleben. Sicher ist eine Diagnose immer dann, wenn ein solches Insekt oder Nissen auf dem Kopf gefunden werden.

Die Laus ist auf dem Kopf: Was nun?

Sind Läuse einmal auf dem Kopf, gehen sie leider nicht wieder von selbst. Deshalb ist eine konsequente Behandlung unbedingt notwendig. Um die Ansteckung von anderen zu vermeiden, müssen Kinder solange dem Kindergarten, bzw. der Schule fern bleiben bis die Behandlung erfolgreich abgeschlossen ist. Selbstverständlich sollte auch das engere Umfeld benachrichtigt werden. Um sowohl die lebenden Tiere, als auch die Nissen vollständig auf dem Kopf abzutöten, ist eine acht bis zehntägige Therapie notwendig. Diese Zeit braucht es, bis die Larven nach der Eiablage geschlüpft sind. Optimal ist eine Kombination aus der Anwendung eines anerkannten Läusemittels und des sorgfältigen Auskämmens der Haare mittels eines Läusekammes.

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Mittel gegen Läusebefall gibt es in verschiedenen Darreichungsformen. Welches am besten geeignet ist, hängt unter anderem vom Alter des Kindes ab. Für eine erfolgreiche Behandlung ist bei allen Mitteln die genaue Beachtung der Anwendungshinweise wichtig. Die erste Anwendung sollte unmittelbar nach der Feststellung der Läuse durchgeführt werden. Dabei wird ein anerkanntes Mittel, der Packungsbeilage entsprechend, auf den Kopf gegeben. Behandlungsunterstützend sollten die Haare im Anschluss gründlich ausgekämmt werden. Letzteres sollte nach 5 Tagen wiederholt werden, um zwischenzeitlich nachgeschlüpfte Läuse zu entfernen. Zwischen dem achten und zehnten Tag muss das Insektizid erneut angewendet werden, da in der Zwischenzeit noch Larven geschlüpft sein können und so dann getötet werden. Auch hier ergänzt das Auskämmen mit einem Nissenkamm die Behandlung. Zwei weitere Male sollte mit dem Kamm das nasse Haar ausgekämmt werden. Am besten am dreizehnten und am siebzehnten Tag, um sicher zu sein, dass die Therapie erfolgreich war.

Sind weitere Maßnahmen bei Läusen nötig?

Verlassen Läuse ihren Wirt, werden sie schnell unbeweglich und sterben spätestens nach drei Tagen ab. Es ist wichtig zu wissen, dass die Tiere nicht freiwillig einen Kopf verlassen. Verschiedene Studien haben bestätigt, dass bei Kindern mit stark befallenen Köpfen, das Vorkommen von Läusen auf Kopfkissen, Mützen und ähnlichem minimal war. Aus diesem Grund ist auch eine umfangreiche Säuberung nicht nötig. Kämme und Bürsten sollten allerdings gereinigt werden und wenn möglich sollte jedes Familienmitglied auch sein eigenes Exemplar haben. Denn Kopfläuse können sich beim Kämmen zwischen den Zinken einklemmen und danach wieder ausgestrichen werden. Eine prophylaktische Behandlung von Familienmitgliedern ist ebenfalls nicht nötig. Eine eingehende Untersuchung mit Hilfe des Nissenkamms ist allerdings ratsam.

Checkliste bei Läusebefall

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  1. Stets auf Aushänge, bzgl. eines Läusebefalls in Kindergarten und Schule achten
  2. Übermäßiges Kratzen am Kopf kann ein Anzeichen für Läuse sein
  3. Bei Verdacht auf Läuse mit einem Nissenkamm den Kopf des Kindes über weißer Unterlage auskämmen, damit eventuelle Läuse sichtbar werden
  4. Bei dem Auftreten von Läusen oder Nissen unmittelbar im engeren Umfeld (Kindergarten, Schule, Freunde) Bescheid geben, um eine Ausbreitung zu vermeiden
  5. In der Apotheke ein anerkanntes Mittel gegen Läuse besorgen
  6. Behandlung entsprechend des Beipackzettels durchführen
  7. In Kombination Haare mit Nissenkamm auskämmen
  8. Bürsten und Kämme säubern
  9. Weitere Familienmitglieder einer Kopfkontrolle unterziehen
  10. Das Kind kann zurück in Kindergarten oder Schule, wenn die Behandlung erfolgreich abgeschlossen ist